Osterode. Unter der fachkundigen Führung durch die Helferin Svea Eichhorn erfolgte am 25.05.2019 ein Sonderdienst zum Thema “Stegebau”. Einsatzkräfte vom gesamten Ortsverband aus verschiedenen Einheiten nahmen an der Ausbildung teil.

Behelfsmäßige Stege zu bauen ist eine der vielen Aufgaben in den Bergungsgruppen des Technischen Hilfswerks (THW). Die Einsatzkräfte bauen die Stege zur Personenrettung und zur Versorgung auf. Sollte aufgrund von Hochwasser, Schlamm oder anderen Unwegbarkeiten der normale Weg nicht mehr passierbar sein sind die Stege ein hervorragendes Mittel um die Passierbarkeit über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten.

Gebaut wurde der Holzsteg nach dem Prinzip “China-Steg”.

Text: Stefan Riemke, THW
Bilder: Andre Tuschek, THW

Weitere Informationen zur Mitarbeit im THW erhalten Sie unter www.thw-osterode.de/mitmachen

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Stegebau

Übers Wasser gehen

Bei Hochwasser, beispielsweise verursacht durch heftige Regenfälle oder Schmelzwasser, treten Flüsse über die Ufer. Landschaften und Städte stehen unter Wasser. Um dennoch trockenen Fußes das Ziel zu erreichen, gehört das Bauen von Stegen zu einer der wichtigen Aufgaben des THW.

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Helfer erstellen mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems einen Steg.
Quelle: THW

Sobald das Wasser ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellt, ist der Steg das Mittel der Wahl. Er schafft behelfsmäßige Übergänge. Stege können aus unterschiedlichen Baumaterial gefertigt werden. Sowohl „Rohmaterialien“ wie Holz als auch vorgefertigte Bauteile wie das Einsatzgerüstsystem (EGS) dienen als Grundmaterial.

Mit dem EGS könne viele verschiedene Stegvarianten gebaut werden. Enorme Vorteile dieser Stegformen: Sie sind schnell aufgebaut und haben eine festgelegte Statik. Allerdings ist das EGS nicht immer verfügbar, so dass der klassische Steg aus Holz gebaut wird. Holz und Seile stehen gleich bei welcher Schadenslange zur Verfügung oder sind schnell zu beschaffen. Die Wahl des zu bauenden Stegs hängt von dem Verwendungszweck, dem verfügbaren Material und der Geländebeschaffenheit ab. Es gibt Uferstege, die ohne Unterstützung gebaut werden, Stege mit fester Unterstützung und Stege mit schwimmender Unterstützung.

Die einfachste schwimmende Stegvariante ist der Tonnensteg. Er dient als Fußgängerüberweg. Fässer werden auf die Wasseroberfläche gelegt und mit Stangen, Holzdielen und Seilen verbunden. Diese schwimmende Konstruktion kann jedoch nur bei stehenden oder langsam fließenden Gewässern genutzt werden, da die Statik ansonsten nicht ausreicht.

Stege sind vielfältig einsetzbar, nicht nur zum Überwinden von Wasser. Sie können beispielsweise bei Pumpeinsätzen als Schlauchbrücke genutzt werden oder zur Überbrückung von nicht begehbarem Gelände. Hierfür können auch Steckleitern genutzt werden. Die Sprossen der Leiter müssen mit Brettern oder Bohlen abgedeckt und durch Arbeitsleinen oder Spanngurte verbunden werden. Die Enden der Leiter werden beispielsweise auf Dreiböcken fixiert und je nach länge mit Holmen unterstützt. Bei diesem System ist es wichtig, dass die Leiter auf beiden Seiten mindestens 30 cm aufliegt und die Holme rechtwinklig angebracht sind.

THW

Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 80.000 Menschen, darunter Techniker, Ingenieure, aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen, engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren, der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 1.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen, den acht Dienststellen der Landesverbände, der THW-Bundesschule sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen, brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW, der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten, bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.

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