Osterode. Das Technische Hilfswerk (THW) Ortsverband Osterode am Harz bildete die Lasfelder Feuerwehr im Themenbereich “Bewegen von Lasten” aus. Die Einsatzkräfte wurden in Theorie und Praxis in verschiedene Rettungsmittel eingewiesen und übten mit den Geräten.

Zum Einsatz kamen unter anderem der Greifzug. Die Betonkettensäge der in Osterode angesiedelten “schweren Bergung” wurde gezeigt und besprochen und der Kernbohrer wurde in der Ausbildung ausgiebig behandelt. Ein ausführlicher Block über die aufzubringende Kraft im einfachen Zug und im doppelten Zug (mit Umlenkrolle) rundeten die Veranstaltung ab. Die Feuerwehr Lasfelde hat selbst einen Greifzug und die Ausbildung fand gemeinsam mit dem THW statt.

Text: Stefan Riemke, THW
Bilder: André Tuschek, THW

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Mehrzweckzug

Der Mehrzweckzug, Greifzug oder Habegger, linksrheinisch auch Hubzug, ist ein Gerät zum Heben oder Ziehen von Lasten und wird oft von Hilfsorganisationen wie Feuerwehr oder THW eingesetzt. Im Gegensatz zur Seilwinde (auch maschinelle Zugeinrichtung) ist der Mehrzweckzug nicht fest montiert, beispielsweise an einem Fahrzeug, sondern ist transportabel.

Der umgangssprachliche Name des Mehrzweckzuges rührt von den Herstellerunternehmen Tractel Greifzug GmbH bzw. Willy Habegger her. Bei den österreichischen Feuerwehren wird nur der Begriff Greifzug, in den schweizerischen der Habegger verwendet, der Begriff Mehrzweckzug ist dort eher unbekannt. In Deutschland ist der Mehrzweckzug regional auch als „Luxemburger“ bekannt. Relevante Norm ist für Deutschland die DIN 14800-5; definiert sind hierin die beiden genormten Mehrzweckzugvarianten MZ 16 und MZ 32.[1]

Funktion

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Für die Arbeit mit einem Mehrzweckzug wird ein spezielles Stahlseil durch eine Zugvorrichtung gezogen, welches an einem Ende konisch geformt ist und am anderen Ende einen Lasthaken oder Lastbolzen aufweist.

Durch Vor- und Rückwärtsbewegungen mit einem Bedienhebel (einem Hebelrohr) transportieren zwei Klemmvorrichtungen das Seil durch das Gerät. Es wirkt das Prinzip der Selbsthemmung: Je stärker die zu ziehende oder zu hebende Last ist, desto fester ziehen sich die zwei Klemmvorrichtungen (Klemmbackenpaare) zusammen, ein Zurückrutschen des Seils ist also nicht möglich.

Zum Lösen der Zugspannung oder zum Ablassen von Lasten kann die Transportrichtung des Seils jederzeit umgekehrt werden: hierzu wird das Hebelrohr auf den zweiten Bedienhebel gesteckt. Dort bewirken die Vor- und Rückwärtsbewegungen, dass die Klemmbackenpaare das Zugseil in die entgegengesetzte Richtung transportieren.

Sofern die aufgebrachte Kraft die Nennzugkraft um etwa 25 % überschreitet[2], wird ein Metallstift als Sollbruchstelle im Vorschubhebel zerstört. Ein weiteres Ziehen des Seils ist erst nach Austausch des Abscherstiftes wieder möglich, sofern zuvor die angehängte Last reduziert oder die Zugkraft durch Einbau eines Flaschenzugs verringert wurde. Dabei ist zu beachten, dass nur Originalstifte des Herstellers verwendet werden dürfen, da sonst die für die Sollbruchstelle definierte Last möglicherweise nicht mehr korrekt ist.[2] Auch bei gebrochener Überlastsicherung ist ein Ablassen der Last weiterhin möglich.

Die Mehrzweckzüge gängiger Hersteller sind für jeweils 8, 16 oder 32 kN Zugkraft ausgelegt. Meist wird ein Sicherheitsfaktor von fünf angegeben: der Mehrzweckzug sollte also das Fünffache der maximalen Zugkraft zumindest halten können.

Der Mehrzweckzug arbeitet in jeder Lage und jeder Richtung mit gleich bleibender Sicherheit, also sowohl waagerecht, als auch schräg oder senkrecht und ist daher vielseitiger einsetzbar als beispielsweise eine fest auf einem Fahrzeug installierte Seilwinde, zumal der Mehrzweckzug in einer Kiste verpackt auch durch unwegsames Gelände an eine abgelegene Einsatzstelle transportiert werden kann.

Wenn der Mehrzweckzug im Gelände eingesetzt wird, wo keine Möglichkeit zur Befestigung an einem Festpunkt besteht, so verwendet man die Freilandverankerung mit Erdnägeln zur Befestigung.

Ursprung

Der Mehrzweckzug wurde erfunden von Simon Faure, der am 5. September 1945 in Frankreich einen „Drahtseil-Zug- und Hebeapparat“ zum Patent anmeldete. 1948 wurde in Luxemburg das Unternehmen Secalt gegründet, das den Apparat produziert und unter dem Markennamen Tirfor (v. frz. tirer „ziehen“, fort „stark“) vertreibt. Bald wurden zahlreiche Tochtergesellschaften im Ausland gegründet, darunter die deutsche Greifzug GmbH und die amerikanische Griphoist Inc. Die genannten Unternehmen gehören zur weltweit operierenden Tractel-Gruppe mit Hauptsitz in Luxemburg. „Luxemburger“ ist bis heute ein regional gängiges Synonym für Mehrzweckzug.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrzweckzug

THW

Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 80.000 Menschen, darunter Techniker, Ingenieure, aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen, engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren, der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 1.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen, den acht Dienststellen der Landesverbände, der THW-Bundesschule sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen, brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW, der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten, bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.

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