Osterode. Unter dem Motto „Umluftunabhängig“ hatten Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) Osterode am Harz eine Ausbildung zum Thema Atemschutz am 21.06.2024 durchgeführt.
Durchsuchen einer Industriehalle und verletzte Personen in Sicherheit bringen lautete die Aufgabe für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte. 4 Personen wurden vermisst und konnten die Halle nicht selbstständig verlassen. Während die Atemschutzgeräteträger den Außenbereich und die Halle erkundeten, waren weiter Kräfte damit beschäftigt, einen Sicherheitsbereich einzurichten und entsprechend abzusperren. Auch ein Zelt wurde aufgebaut als Bereich für Regeneration der Atemschutz-Geräte-Träger (AGT).
Da nicht bekannt war was in der Halle passiert ist und ob es sich um gefährlich Stoffe handelt wurde eine Notfall-Dekontaminations-Anlage (Notdekon) aufgebaut. Diese wurde als Übungseinlage zeitnah benötigt, als es zu einen Unfall mit einer unbekannten Flüssigkeit kam, bei der ein AG-Träger kontaminiert wurde. Die Einsatzkraft wurde in der Notdekon entkleidet mit der Unterstützung von weiteren Helfern. Der Helfer erhielt nach der Dekontamination einen Trainingsanzug und konnte sich in die Regeneration begeben. Da es sich hier um eine Übung handelte wurde keine Einsatzkraft verletzt oder kontaminiert.
Die Übungsleitung bedankt sich an dieser Stelle bei den Planern der Übung und der Firmengruppe Christ/Sigma für das Bereitstellen der Halle.
Text: Stefan Riemke THW
Bilder: THW
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#Atemschutz
Als Atemschutzgeräteträger bezeichnet man Personen, die sowohl medizinisch als auch ausbildungsmäßig in der Lage sind, ein Atemschutzgerät (üblicherweise: Pressluftatmer, Kreislaufgerät oder nur Maske mit Atemschutzfilter) zu tragen. Diese Geräte sollen bei Arbeiten beziehungsweise Einsätzen verhindern, dass reizende oder gar giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege und somit in den Blutkreislauf geraten.
Allgemein unterscheidet man zwischen umluftunabhängigem und umluftabhängigem Atemschutz.
Bei Arbeiten oder Interventionen im Freien (zum Beispiel im Katastrophenschutz bei Epidemien oder im Militär als Schutz gegen chemische Kampfstoffe) ist der Sauerstoffgehalt in der Luft oftmals genügend hoch, sodass mit umluftabhängigem Atemschutz (wie zum Beispiel einer Atemschutzmaske mit Atemschutzfilter) gearbeitet werden kann. Enorme Vorteile sind die fast unbegrenzte Einsatzzeit (keine Luftbegrenztheit durch Druckflaschen oder Kreislaufgeräte) sowie das erheblich kleinere Gewicht, welches der Geräteträger dauerhaft tragen muss. In Gefahrenbereichen, in denen Stoffe vorhanden sind, die sich unter Umständen gar nicht filtern lassen, oder in denen jederzeit starke Schwankungen der Zusammensetzung der Atmosphäre möglich sind, darf nur mit umluftunabhängigem Atemschutz gearbeitet werden. Denn sollte sich die äußere Sauerstoffkonzentration stark verändern, beispielsweise bei einem Brand oder bei sehr starken Außenkonzentrationen anderer Gase, die den Sauerstoff verdrängen, droht dem Geräteträger ein Tod durch Ersticken. Auf der anderen Seite kann es auch Fälle geben, in denen – relativ betrachtet – zu viel Sauerstoff in der Luft ist, so droht eine Sauerstoffvergiftung.
Aus medizinischer Sicht muss ein Atemschutzgeräteträger vor allem eine gute Lungenfunktion haben. Er darf nicht an Raumangst leiden und hat auch unter Stress besonnen zu handeln. Diese Voraussetzungen sind notwendig, wenn eine Person aus beruflichen Gründen Tätigkeiten nur unter Verwendung von Atemschutzgeräten ausüben kann (beispielsweise Schweißer, die in einem Tank arbeiten). Besonders anstrengend sind naturgemäß Tätigkeiten, wie sie insbesondere in Feuerwehren oder im Katastrophenschutz anfallen. Die Atemschutzgeräteträger sind in diesem Fall regelmäßig zu sogenannten Atemschutztrupps zusammengefasst.
Die gesetzlichen Regulierungen unterscheiden sich von Staat zu Staat, die Kriterien für eine Zulassung zum Atemschutzgeräteträger sind aber ähnlich.
#THW
Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 88.000 Menschen darunter Techniker Ingenieure aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 2.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen den acht Dienststellen der Landesverbände, 3 Ausbildungszentren sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.
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