Celle. Zur THW-Übung „Blauer Biber 2025“ trafen sich am ersten Wochenende im November vom 31. Oktober 2025 bis 02. November 2025 15 Fachgruppen Räumen aller Typen und mehrere Sprengberechtigte verschiedener Ortsverbände aus dem Landesverband Bremen/Niedersachsen (HB/NI) vom Technischen Hilfswerk (THW) in Celle. Um die Unterbringung am Trainingszentrum des „Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK)“ in Celle-Scheuen zu organisieren, setze die Übungsleitung die Stelle Belegung vom „System Bereitstellungsraum Nord“ ein. Die Helferinnen und Helfer der Stelle Belegung aus den Ortsverbänden Bückeburg, Nordhorn, Osterode am Harz und Varel stellten besetzten die Stelle Belegung und verfeinerten die internen Abläufe in der Stelle Belegung.
Bevor die Teilnehmenden der eigentlichen Übung am Freitagnachmittag auf dem Gelände des NLBK eintrafen, bereitete die Stelle Belegung des System Bereitstellungsraum Nord unter der Leitung von Peter Tiedemann die zwei Unterkunftsgebäude mit je drei Etagen vor. Neben dem Aufbau der Anmeldung wurden Aufgaben der Stelle Raumordnung des System Bereitstellungsraum Nord übernommen: Wegweiser wurden angebracht und Schlafräume sowie Sanitäreinrichtungen nummeriert und gekennzeichnet. So standen 140 Betten in 75 Zimmern zur Verfügung, die von 100 beteiligten Einsatzkräften für zwei Nächte genutzt wurden. Der Zugtrupp des OV Bückeburg, als Teil der Stelle Belegung, mit Zugführer Bernd Hesseling (stellv. Leiter der Stelle Belegung) richtete außerdem einen Meldekopf an der Zufahrt der Liegenschaft ein, um die Fachgruppen und einen Teil von deren Fahrzeugen aufzunehmen.
Die Übungsteilnehmenden bekamen nach der Anmeldung die Zimmer zugewiesen. Die Ausgabe nebst Dokumentation von Bettwäsche und Schlüsseln für die Eingangstüren waren weitere Aufgaben der Stelle Belegung.
Zuvor hatten die Kräfte ihre Arbeitsgeräte wie Bagger, Radlader und Teleskoplader bereits in den eigentlichen Übungsraum gebracht. Vor dem Abendessen gab es bei der Begrüßung für alle eine Sicherheitsunterweisung für den Übungsbereich. Am Samstagmorgen führten Lotsenfahrzeuge die Einsatzkräfte in zwei Marschkolonnen in das Übungsgebiet. Dort wurden den ganzen Tag über in einem Waldstück von dutzenden Einsatzkräften mit Motorsägen ausgesuchte Bäume gefällt und zerteilt, um eine Brandschneise zu erstellen.
Die Bagger schafften zahlreiche Baumstämme aus dem Weg, die von den Radladern zum Verladeplatz gefahren wurden. LKW-Kipper transportierten die Stämme ab.
Währenddessen fanden Vorbereitungen zum Sprengen einer mächtigen Eiche statt. Andernorts übte man das Verlegen von Fahrbahnplatten auf weichem Untergrund und den Einsatz von Drohnen für die Überwachung des Sprengradius. Die Mittagsverpflegung fand ebenfalls im Übungsbereich statt und wurde von der Feuerwehrbereitschaft der Region Hannover gereicht. Dafür verlegten die Helferinnen und Helfer der Stelle Belegung, sowie das Personal der Fachgruppen Logistik-Verpflegung ebenfalls in den Übungsraum. In der Mittagspause wurde außerdem die Sprengung des Baumes vorgenommen. Nach Beendigung der Übung und der Rückverlegung in den Unterkunftsbereich, wurden alle Anwesenden von den Fachgruppen Logistik-Verpflegung aus den Ortsverbänden Hannover-Langenhagen, Celle, und Salzgitter mit einem leckeren Grillbuffet überrascht. Sonntagmorgens war es für die Stelle Belegung arbeitstechnisch nochmal anspruchsvoll: Bis zum Frühstück hatten alle Teilnehmenden ihre Zimmer zu räumen und sich abzumelden. Belege zur Rückgabe von Bettwäsche und Schlüsseln wurden abgearbeitet. Danach mussten alle Zimmer kontrolliert und die Beschilderungen wieder eingesammelt werden, bevor die Übergabe an die Übungsleitung vollzogen und die Heimreise angetreten werden konnte.
Im Hinblick auf die Vertiefung der internen Vorgänge und die Anpassung an die vor Ort befindlichen Gegebenheiten, fiel das Fazit der Stelle Belegung positiv aus. Vorgegebene Verfahren konnten geübt werden, Führungshilfsmittel getestet und die Kommunikation untereinander gestärkt werden. Vielen Dank an die Übungsleitung für das Vertrauen und die Möglichkeit, die Vorgänge der Stelle Belegung in solch einem Rahmen anwenden zu können!
Text: David Pretzel THW, Überarbeitung THW Osterode
Fotos: David Pretzel, div. Einsatzkräfte, THW
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#Bereitstellungsraum (BR) 500
Der BR ist die Sammelbezeichnung für Orte an denen Einsatzkräfte und Einsatzmittel für den unmittelbaren Einsatz oder vorsorglich gesammelt gegliedert und bereitgestellt oder in Reserve gehalten werden.“ (vgl.: Feuerwehrdienstvorschrift 100 (FwDV 100) S. 52 und THW-DV 1-100 Ziffer 9.3.4 sowie THW Handbuch Führen Ziffer 9.3.3.1).
Der Bereitstellungsraum (BR) sollte sich abgesetzt vom eigentlichen Einsatzgebiet befinden damit die dort befindlichen Einheiten für den Einsatz gegliedert und bereitgestellt oder in Reserve zur Wahrnehmung von Verstärkungs- und Ablösungsaufgaben gehalten werden können.
Es gibt verschiedene Arten von BR die je nach Lage und Einsatz genutzt werden:
Der allgemeine BR: Dabei handelt es sich um einen Raum an dem sich die Einsatzkräfte sammeln und einem geordneten Abruf der Einsatzleitung zum Anmarsch an die Einsatzstelle folgen können. Dieser Typ BR ist nur geeignet für eine kurzfristige Nutzung.
Der BR mit Meldekopf: Für eine kurz- bis mittelfristige Nutzung ist diese taktische Einsatzoption gedacht. Der Meldekopf weist die anrückenden Einheiten in die Raumordnung ein und registriert sie. Außerdem meldet er an die Einsatzleitung die verfügbaren Einsatzkräfte im BR und leitet eingehende Einsatzaufträge an die Einsatzkräfte im BR weiter.
Der BR mit Führungsstelle: Dieser dient für eine mittelfristige bis längere Nutzungsdauer und kann für mehrere hundert Einsatzkräfte eingerichtet werden. Für taktische Maßnahmen in dieser Größenordnung wurde sowohl die Ausbildung als auch die Einsatztaktik angepasst und weiterentwickelt.
Kriterien für das Einrichten und Betreiben von BR in dieser Größenordnung sind:
- Führung des Bereitstellungsraumes durch eine Führungsstelle
- Einsatz von ausgebildeten Betriebskräften für die Planung Vorbereitung und den Betrieb aller Infrastruktur-/ Logistikmaßnahmen
- Planungsansatz zur Aufnahme von Einsatzkräften: Im „System BR 500“ geht man von 500 Personen aus. Durch eine Anpassung in der materiellen Ausstattung ist die Aufbauorganisation dieses Systems auch für bis zu 1.000 Einsatzkräfte geeignet.
- Abstellfläche für die Einsatzkraftfahrzeuge der Einsatzkräfte
- Unterbringung der Einsatzkräfte unter Nutzung von verfügbaren ortsfesten oder temporären feldmäßigen Unterbringungsvarianten
- Verpflegung der im Bereitstellungsraum untergebrachten Einsatzkräften
#THW
Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 88.000 Menschen darunter Techniker Ingenieure aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 2.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen den acht Dienststellen der Landesverbände, 3 Ausbildungszentren sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.
Mehr zum Thema THW können Sie hier erfahren:
https://www.thw.de/DE/THW/Aufgaben/aufgaben_node.html