Osterode. Neben Übungen und Einsätzen beschäftigen sich die Ehrenamtlichen vom Technischen Hilfswerk (THW) Osterode am Harz regelmäßig mit der Ausstattung und üben an den Geräten. Am 13. November 2025 verlasteten die Einsatzkräfte vom Technischen Zug noch die letzten Materialien und Kleinigkeiten in den neuen Gerätekraftwagen (GKW) und der Fachzug Führung & Kommunikation übte mit robuster Feldtelefontechnik, die in Krisen mit einfachen Batterien und Feldkabeln funktioniert, wenn alles andere nicht mehr geht.

Zahlreiche Werkzeuge und Materialien wurden in den letzten Tagen vom Technischen Zug in den neuen GKW umgeladen. Manche Geräte wurden anders verstaut und stehen an einem anderen Platz, da sich die Fachaufteilung leicht geändert hat. Die letzten Anpassungen wurden am 13. November vorgenommen. Das neue Fahrzeug steht dem Ortsverband nun voll beladen und einsatzfähig zur Verfügung.

Währenddessen bauten weitere Einsatzkräfte aus Osterode eine mehrstufige Feldtelefonanlage auf und prüften die Funktionen. Mehr als 30 Feldtelefone können an die Anlage angeschlossen werden, und über Zusatzadapter und weiteres Zubehör auch in das normale Telefonnetz verbunden werden. Die Technik ist sehr robust und funktioniert mit Batterien und Feldkabeln über etliche Kilometer.

#Gerätekraftwagen (GKW)

Gerätekraftwagen

In jedem guten Haushalt gibt es eine Werkzeugkiste. Das THW besitzt eine auf Rädern: den Gerätekraftwagen (GKW). Etwa 16 Tonnen bringt das Fahrzeug auf die Waage, um Schraubenzieher, Zange und Hammer an die Einsatzstelle zu bringen. Bis zu neun Helferinnen und Helfer sind in der Gruppenkabine vorne mit an Bord.

Doch nicht nur handelsübliches Kleinwerkzeug verbirgt sich im Gerätekoffer im hinteren Teil des Fahrzeuges. Die Grundidee ist einfach: In den Gerätefächern und auf dem Dach wird alles mitgeführt, was im Einsatz gebraucht wird. Zu finden ist Großwerkzeug wie Schaufel, Krankentrage, ein tragbares Stromaggregat, Leitern und Stützen für einsturzgefährdete Häuser. Daneben Spezialwerkzeug für die Menschenrettung, beispielsweise das Abseilgerät sowie unterschiedliche Tragen, die auch als Seilbahn verwendet werden können.

Auch verschiedenste Geräte zum Anheben schwerer Lasten sind Bestandteil der Beladung. Sie werden benutzt, um Betontrümmer oder Teile verunglückter Fahrzeuge anzuheben. Betrieben werden sie mit verschiedenen Methoden: von Luft über Öldruck bis hin zum Hebelprinzip. Sie müssen ein breites Spektrum abdecken: kleinste Geräte, die direkt in Spalten geschoben werden können, bis hin zu größerem Gerät zum punktuellen Anheben von bis zu 40 Tonnen. Spezialgeräte zum Ziehen von Lasten gehören ebenfalls zum Spektrum des Fahrzeuges. Das Highlight hier: die fest im Fahrzeug verbaute Seilwinde, die direkt fünf Tonnen, mit Hilfe von einfacher Umlenkung wie beim Flaschenzug bis zu 10 Tonnen ziehen kann.

Damit die Hilfe auch ankommt, ist das Fahrzeug mit einem zuschaltbaren Allradantrieb versehen. So kommt man auch bei widrigen Straßenverhältnissen an entlegene Punkte. Der Schutz der Helfer ist ebenfalls wichtig: Im GKW vorhandene Pressluftatmer ermöglichen das Atmen selbst bei dichtem Rauch, Staub und giftigen Gasen.

Fakten

Typ: Lkw, 7 t Nutzlast, geländegängig mit Winde 5/10 t Zugkraft (glw.), Gruppenfahrerhaus mit Kofferaufbau, 1+8 Plätze

Der Gerätekraftwagen dient zur Beförderung der Einsatzmannschaft und als Geräteträger der Ausstattung. Ferner ist er selbst Arbeitsgerät durch seine technischen Möglichkeiten (z.B. durch die Seilwinde 5 t bzw. 10 t Zugkraft)

Einzelne Verwendungsmöglichkeiten:

1. Transportfahrzeug

  • Aufnahme der Bergungsgruppe einschließlich der persönlichen Ausstattung.
  • Transport der Geräte- und Werkzeugausstattung der Bergungsgruppe sowie von einsatzbedingter Zusatzbeladung bzw. Sonderausstattung.
  • Arbeitsplatz / Befehlsstelle der Zugführung (bei anderweitiger Nutzung des MTW)

2. Arbeitsgerät

  • durch im Fahrgestell eingebaute, hydraulische Seilwinde mit 5 t bzw. 10 t Zugkraft
  • durch Verwendung als Arbeitsplatz zur Wartung / Instandsetzung der Ausstattung und zur Vorbereitung von Hilfskonstruktionen
  • Sprechfunkstelle mit fest eingebautem Funkgerät

3. Zugfahrzeug

  • für Anhänger bis ca. 18 t zGG

Quelle: https://www.thw.de/SharedDocs/Ausstattung/DE/Fahrzeuge/geraetekraftwagen.html

 

Feldtelefon

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Das Feldtelefon ist ein elektrisches Telefon, das an eine Leitung angeschlossen ist. In abgewandelter Form und etwas robuster als ein Telefon im Wohnzimmer wurde das Feldtelefon u.a. für den Einsatz beim Militär/Katastrophenschutz  entwickelt.

Das Prinzip ist aber gleich.

Der Batteriestrom wird durch das Mikrofon in rhythmische Schwingungen gebracht. Das Mikrofon ist ein Wandler, der die Schallwellen in elektrische Wellen umsetzt. Der Sprechstrom fließt dann über die Leitung La zum Hörer. Hier wird der Strom wieder in Schallwellen zurück gewandelt. Zurück fließt der Strom über die Leitung Lb. Wenn Benutzer auf den Taster am Mikrofon drücken, ist der Stromkreis im eigenen Fernsprecher geschlossen. Der Sprechstrom wird als Wechselstrom über die Leitung geschickt. Die beiden Feldtelefone haben jeweils noch Kurbelinduktoren, mit denen der Rufstrom erzeugt wird. Das sind kleine Generatoren, die einen Wechselstrom von höherer Spannung erzeugen und in der Gegenstelle die Klingel erregen. Da es sich um einen  Wechselstrom handelt, wird der Rufstrom durch Kondensatoren vom Sprechstrom getrennt. Fehlt mal die Batterie oder ist sie verbraucht, kann man auch eine Notverbindung herstellen. Man verabredet unterschiedliche Klingelzeichen, die auch ohne Batterie übertragen werden.

Über die Feldvermittlungsstellen können zahlreiche Gespräche parallel laufen. Der Bediener der Feldvermittlung verbindet mit dem Klinkenstecker die einzelnen Teilnehmer. Weitere Zusatzsysteme können das System auch mit der modernen Welt verbinden und z.B. an eine TAE-Dose eines Routers angesteckt werden, der die analogen Signale in die digitale IP-Welt umsetzt.

Die Einsatzmöglichkeiten für Feldtelefone sind vielfältig. In nicht verkabelten Bergwerksschächten z.B. genügen zwei Feldtelefone und ein 2adriges Feldkabel und Kommunikation über hunderte von Metern im Notfall durchführen zu können.

Die Ehrenamtlichen aus Osterode üben regelmäßig den Aufbau und Betrieb der Notfalltechnik.

Text/Bilder: THW

Weitere Informationen zur Mitarbeit im THW erhalten Sie unter https://www.thw-osterode.de/mitmachen

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

Der Ortsverband Osterode am Harz sucht weitere Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen, Kinder und Jugendliche. Einfach unter Tel. +49 55 22 31 22 7 – 0 oder per Mail: info@thw-osterode.de melden und mitmachen.

#THW

Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 88.000 Menschen darunter Techniker Ingenieure aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 2.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen den acht Dienststellen der Landesverbände, 3 Ausbildungszentren sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.

Mehr zum Thema THW können Sie hier erfahren:

https://www.thw.de/DE/THW/Aufgaben/aufgaben_node.html