Osterode. Mehr als 150 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte nahmen am 3. September 2026 an einer Schulung zur Krisenresilienz und zur zukünftigen Ausrichtung des Technischen Hilfswerks (THW) teil. Die Veranstaltung wurde aus der Unterkunft des THW-Ortsverbandes Osterode am Harz übertragen und konnte auch online verfolgt werden. Teilgenommen haben Angehörige verschiedener Ortsverbände sowie hauptamtliche Mitarbeitende aus dem Bereich der THW-Regionalstelle Göttingen.

Was geschieht im Spannungsfall? Welche Aufgaben könnten künftig auf das THW zukommen? Ein externer Referent erläuterte die veränderte Bedrohungslage und zeigte anhand zahlreicher Beispiele mögliche Herausforderungen und Handlungsfelder auf. Die Teilnehmenden verfolgten die Ausführungen aufmerksam und nutzten die abschließende Gesprächsrunde, um offene Fragen zu stellen und gemeinsam zu diskutieren.

Krisenresilienz und Gefahrenabwehr

Naturkatastrophen infolge des Klimawandels, Pandemien, weltweite Migrationsbewegungen, terroristische und hybride Angriffe sowie nicht zuletzt die Kriege in Europa und im Nahen Osten zeigen: Die Welt und ihre Bedrohungslage haben sich verändert. Immer häufiger ist davon die Rede, dass Menschen und Gesellschaft diesen Herausforderungen resilient begegnen müssen. Doch was bedeutet das konkret?

Was ist Krisenresilienz?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) definiert Krisenresilienz als die Fähigkeit eines Systems oder einer Gesellschaft, sich auf Gefährdungen einzustellen, diese zu bewältigen und sich von ihren Folgen zu erholen. Auch auf persönlicher Ebene spielt Krisenresilienz eine wichtige Rolle. Sie beschreibt die Fähigkeit, in herausfordernden und belastenden Situationen emotional stabil und handlungsfähig zu bleiben sowie gestärkt aus Krisen hervorzugehen.

Für die Abwehr von Gefahren und den Schutz der Bevölkerung benötigt Deutschland daher einen leistungsfähigen und widerstandsfähigen Bevölkerungsschutz.

Wie ist der Bevölkerungsschutz in Deutschland organisiert?

In der Gefahrenabwehr gilt eine klare Aufgabenverteilung: Der Staat hat die Aufgabe, die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten sind grundsätzlich die Länder zuständig. Der Zivilschutz, also der Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren, ist dagegen Aufgabe des Bundes.

Bei Naturkatastrophen und anderen schweren Unglücksfällen können die Länder Unterstützung aus anderen Bundesländern sowie vom Technischen Hilfswerk, der Bundespolizei und weiteren Organisationen erhalten.

Bund und Länder arbeiten bei der Gefahrenabwehr zudem eng mit den großen privaten Hilfsorganisationen zusammen. Diese stellen gut ausgebildete Einsatzkräfte bereit, um Menschen vor unterschiedlichen Gefahren zu schützen und die zuständigen Behörden bei der Bewältigung von Krisen und Katastrophen zu unterstützen.

Neue Bedrohungslagen fordern den Bevölkerungsschutz

Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das seit Jahrzehnten bewährte System des Bevölkerungsschutzes künftig zusätzliche Anforderungen bewältigen muss. Die Bedrohungslage hat sich grundlegend verändert. Auch in Deutschland treten Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen häufiger und mit teilweise erheblichen Auswirkungen auf.

Angesichts der verschärften Sicherheitslage in Europa rückt zudem die zivile Verteidigung stärker in den Fokus. Sowohl die Rahmenrichtlinien für die Gesamtverteidigung als auch der Operationsplan Deutschland weisen zivilen Akteuren und insbesondere den Einsatzorganisationen eine wichtige Rolle bei der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge zu.

Die Schulung machte deutlich, dass eine widerstandsfähige Gesellschaft, leistungsfähige Einsatzorganisationen und gut vorbereitete Einsatzkräfte entscheidende Voraussetzungen dafür sind, auch unter veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Weitere Informationen zum Thema Resilienz und Bevölkerungsschutz hält das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe online bereit:

Quelle: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Ratgeber-Checkliste/ratgeber-checkliste_node.html

BBK-Vorsorgen-fuer-Krisen-und-Katastrophen.pdf

Stand 11/2025, 2. Auflage

BBK-Vorsorgen-fuer-Krisen-und-Katastrophen in leichter Sprache.pdf

Stand 05/2026, 1. Auflage

#THW

Das Technische Hilfswerk ist die operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes. Sie leistet technisch-logistische Hilfe im Inland wie im Ausland. Rund 88.000 Menschen darunter Techniker, Ingenieure, aber auch Spezialisten aus vielen weiteren Fachrichtungen engagieren sich ehrenamtlich in 668 THW-Ortsverbänden. Sie sind kompetente Partner der Feuerwehren, der Polizei sowie der Hilfsorganisationen bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung der Folgen von Unfällen und Katastrophen. Unterstützt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch rund 2.000 hauptamtlich Beschäftigte in den 66 Regionalstellen, den acht Dienststellen der Landesverbände, drei Ausbildungszentren sowie der THW-Leitung in Bonn. Das THW ist bundesweit einheitlich organisiert und ein verlässlicher Partner. Auf allen örtlichen Ebenen stehen Ihnen Ansprechpartner zur Verfügung. Wenn Sie das Technische Hilfswerk anfordern wollen, brauchen Sie nur mit dem nächstgelegenen THW-Ortsverband oder der THW-Regionalstelle Kontakt aufzunehmen. Sie eröffnen den Zugang zum „technischen Baukasten“ des THW, der für eine Reihe von Schadenslagen die passenden Spezialeinheiten mit fachkundigen Einsatzkräften aus dem gesamten bundesweiten Einsatzpotenzial bereithält.
Mehr zum Thema THW können Sie hier erfahren: